Die Sinnfrage – warum sollte ich mich für Hygiene begeistern? 

Wer ein erfolgreiches Kosmetikstudio führen will, kommt an der Hygiene nicht vorbei. 

Per Gesetz sind wir dazu verpflichtet, uns an die allgemein gültige Hygiene- Verordnung zu halten. Die Hygiene-Verordnung dient der Verhinderung von übertragbaren Krankheiten wie Hepatitis B und C oder AIDS, die insbesondere durch Blut übertragen werden können. Die Verordnung betrifft alle Personen, die bei der Arbeit engen Kundenkontakt haben, sowie bei der Ausübung ihrer Tätigkeit im Kosmetikstudio, Tattoo-Studio, Friseursalon, Fußpflegestudio, etc. Geräte, Werkzeuge oder Gegenstände anwenden, welche die Haut oder Schleimhaut der Kunden (un-)beabsichtigt verletzen können. 

Die Verordnung regelt ganz genau, wie die Behandlungsräume und Sanitäranlagen ausgestattet werden müssen, wie die tägliche Reinigung dieser Räume aussieht und dokumentiert werden soll. Es werden genaue Verhaltensweisen beim Umgang mit Kunden beschrieben – welche Art von Desinfektions- oder Reinigungsmitteln verwendet werden dürfen und müssen. 

Wichtig: die Hygiene-Verordnung kann je nach Bundesland abweichende Regeln aufweisen. Die beste Quelle ist immer der persönliche Kontakt mit den Gesundheits-Behörden vor Ort. 

Das zuständige Gesundheitsamt überwacht die Einhaltung dieser Verordnung. Bei Verdacht oder bei einer Beschwerde kommen Beamte unangemeldet und gehen dem nach. Werden dabei Verstöße oder Fehlverhalten festgestellt, bekommt man je nach Schwere des Verstoßes ein Bußgeld oder eine Verwarnung, sowie die Auflage, den Verstoß so schnellstmöglich zu beseitigen. Bei wiederholtem Verstoß kann es passieren, dass neben Bußgeldverfahren sogar die sofortige Schließung des Studios erfolgt, wenn z. B. Gefahr für die Mitarbeiter oder Kunden besteht. Wir sind per Gesetz verpflichtet, unsere Grenzen genau zu kennen, in wie weit Behandlungen erfolgen dürfen. 

Dies kann dich deine Existenz kosten, denn du hast weiterhin laufende Kosten wie Miete, Strom, Versicherungen, Mitarbeiter oder Bankkredite zu bedienen

Neben Hygiene hat unserer Branche noch eine weitere Herausforderung: Die Kosmetikerin hat ein „Image-Problem“ 

Frauenärzte, Dermatologen, Schönheitschirurgen oder Heilpraktiker machen schon lange keine klare Trennung mehr zwischen Medizin und Beauty – sie haben schon längst erkannt, dass sich mit kosmetischen Behandlungen zusätzlich Geld verdienen lässt. Die Beauty-Industrie hat diesen Trend erfasst und entwickelt extra für Arztpraxen Beauty-Behandlungen für deren Patienten. Wem vertraut der Patient/Kunde mehr – einer Kosmetikerin oder einem Arzt? 

Des Weiteren kommt hinzu, dass Kunden durch schwarze Scharfe unserer Branche verunsichert werden oder gar zu Schaden kommen. Schlechte Nachrichten verbreiten sich rasend schnell, gerade in der Zeit von Social Media. Jeder von uns steht unter öffentlichem Druck, die Social-Media-Meute kann auch dich befallen, und deine Arbeit wird auf den Pranger gestellt. Zu Recht oder zu Unrecht, danach fragt keiner. 

Wir haben die Wahl: entweder wir nehmen das alles hin und ertragen die Folgen unseres Nichtstuns oder wir vereinigen uns und erschaffen gemeinsam etwas Großartiges. Am Anfang steht immer eine Idee, dann erst folgt die Tat. Mich begeistern Menschen, die es schaffen, den Focus auf eine Sache zu legen, wie z. B. der Amazon-Gründer Jeff Bezos. Er legt zu 100% den Fokus auf die Kunden und verbessert ständig den Service für sie. Er hat schon längst erkannt, dass die Kunden das allerwichtigste für das Geschäft sind. Wenn ein Händler keine gute Arbeit leistet, und Kunden sich beschweren, dann hat dieser Händler ein Problem. Natürlich kann man kritisieren, in wie weit es fair für den Händler zugeht, aber für die Kundschaft zählt am Ende nur Preis/Leistung und Service. 

Genau darum geht es hier, wir sollten wie Jeff Bezos unseren Fokus zu 100% auf den Kunden legen. Die Hygiene spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Kunde merkt, wo er sich wohl fühlt und wie gepflegt ein Geschäft geführt wird, ob beispielsweise der Boden täglich gewischt wird oder nur einmal pro Woche, oder ob auf dem Spiegel Fingerabdrücke zu sehen sind. Ein ordentlich geführter Laden sagt sehr viel aus über dich. Wie du merkst, ist Hygiene mehr als nur Sauberkeit und Verordnungen. Hygiene muss man leben, und zwar täglich. Es reicht bei dem umfangreichen Thema einfach nicht aus, sich einmal in der Kosmetikschule über Hygiene, Mikroben und Haut-Erkrankungen zu informieren. Es lohnt sich, einen tieferen Blick in die Welt der Mikroben zu riskieren. Diese Kleinstlebewesen sind mehr Freund als Feind. Aktuell stehen Mikroben im Mittelpunkt vieler Forscher. So langsam beginnen wir zu begreifen, wie eng unser Organismus mit den Mikroben verbunden ist. Zu diesem Thema folgen noch weitere spannende Blogbeiträge. Jeder von uns schätzt es doch sehr, seine Arbeit ohne Angst vor Erkrankungen und Verunsicherung auszuüben. 

Zu wissen, was man tut, bedeutet erfolgreich zu sein. 

Hand aufs Herz, wieviel weißt du wirklich über Hygiene, Mikroben und deren Wirkung auf unsere Haut? Als ich mit dieser Arbeit begonnen habe, dachte ich, ich wüsste schon viel über Hygiene. Schnell stellte ich fest, dass ich Lücken wie ein Schweizer Käse habe. In dieser Situation habe ich das getan, was man grundsätzlich tun sollte: lernen und die Zusammenhänge für sich begreifbar machen. Wie heißt es so schön: von nichts kommt nichts! Freue dich, etwas neues und spannendes über die Hygiene, die Haut und unseren Körper zu lernen. Du bist dazu eingeladen, kritisch mit diesem Werk umzugehen. 

Deine Gedanken und Impulse, sowie Kritik sind mir herzlich willkommen. 

E-Mail: Vlora.Eichner@gmail.com 

Vlora Eichner 

Geschichte der Hygiene 

Mythologie von Hygieia – Griechische Göttin der Gesundheit 

Hygieia, die Vorbeugende, wurde im antiken Griechenland als Göttin der seelischen und körperlichen Gesundheit verehrt. Wie so viele andere Götter zur damaligen Zeit, hatte auch Hygieia ihre eigenen Tempel und Heilstätten mit Priesterinnen. 

Sie kümmerten sich um diese Einrichtungen und befolgten ihre Rituale nach strengen Regeln. In der Antike war es nichts ungewöhnliches, dass Frauen als Priesterinnen in den Tempeln dienten. Sie arbeiteten mit Kräutern und Heilsteinen und führten reinigende Rituale durch. Mit der Zeit wurden sie von den Männern aus dem Priesteramt verbannt. Dabei waren es doch gerade Frauen, die sich mutig dem christlichen Glauben widmeten und diesen verbreiteten. Doch wie so oft in der Geschichte bekamen Männer Angst vor der Macht der Frau, und Mann fing an, sie zu unterdrücken. Die Katholische Kirche wurde wenig später zum Club der Männer – Frauen, wenn überhaupt, waren von da an nur geduldet, wenn sie dienten, also kochten, putzten und die Klappe hielten. Amen! 

Naja, das ist eine andere Geschichte. Zurück zu Hygieia – sie ist die Tochter der Epione und des griechischen Gott-Arztes Asklepios, der seinerseits Sohn des Apollon (erster göttlicher Arzt) ist. 

Die Kranken konnten Heilung erfahren, wenn sie in dem Tempel schliefen oder die Göttin anbeteten. Besonders oft ersuchten Frauen die Priesterinnen dieser Göttin auf, um Beistand bei Kinderlosigkeit und Schwangerschaftsproblemen zu erbitten. Zum Dank opferten sie den Statuen der Göttinnen ihre eigenen Haare und Kleider. 

Hygiene als vorbeugende Gesunderhaltung ist auch heute hochaktuell! 

Die griechische Göttin der Gesundheit ist in unserem heutigen Leben immer noch sehr gegenwärtig: Als Inbegriff der Gesundheit verdanken wir ihr den Begriff Hygiene – dies zeigt auch gleich ihre wesentliche Ausrichtung. 

Während ihr Vater Asklepios mehr mit Heilung in Verbindung gebracht wurde, steht Hygieia viel weniger für Arznei oder andere Mittel gegen Krankheit, sondern viel mehr für den Schutz einer guten Gesundheit und für vorbeugende Gesunderhaltung. Sie gilt als die Schutzpatronin der Apotheken. In den meisten Apotheken- Logos kommt eine Schlange vor, die aus einer Schale trinkt, diese Symbole stehen für Hygieia. 

Ihr Name wird gleich am Anfang des Eids des Hippokrates angerufen: „Ich schwöre bei Apollon, dem Arzt, und bei Asklepios, Hygieia und Panakeia, sowie unter Anrufung aller Götter und Göttinnen“ 

Hygieia hat mehrere Geschwister, und gemeinsam treten sie ein für Gesundheit, Heilung, Wissen und Genesung. Besonders ihre Schwester Panakeia, die Göttin der Medizin und Zauberei, steht Hygieia als „Allheilende“ zur Seite.

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